KI in der Arztpraxis: Alle Infos und Praxis-Tipps rund um Anwendungen, Datenschutz und AI Act

Von Robert Muhlack

Arzt klatscht mit KI-Roboter in heller Arztpraxis ab

KI und Digitalisierung erleichtern zunehmend den Berufsalltag – das gilt auch für das Gesundheitswesen. Gerade in Arztpraxen kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, den Praxisalltag effizienter zu gestalten und das Praxisteam spürbar zu entlasten. Ob bei Terminbuchungen, Telefonie, Dokumentation oder bei anderen internen Arbeitsabläufen – Möglichkeiten für den Einsatz gäbe es viele. Aber welche KI-gestützten Anwendungen gibt es bereits? Welche sind im medizinischen Bereich überhaupt erlaubt? Und worauf ist in puncto Datenschutz und Sicherheit zu achten? Wir bieten Ihnen einen umfangreichen Überblick, was Sie beim Einsatz von KI in Ihrer Praxis beachten sollten.

Das Wichtigste rund um KI in Arztpraxen auf einen Blick

  • Künstliche Intelligenz wird in vielen Praxen bereits genutzt, um den Praxisalltag zu erleichtern.
  • Mit KI-Tools laufen viele administrative Prozesse automatisiert ab – dafür bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: die Versorgung der Patientinnen und Patienten.
  • Der Einsatz von KI in Praxen unterliegt strengen Vorgaben, um Patientensicherheit und Datenschutz zu gewährleisten.
  • KI-gestützte Software muss immer verantwortungsbewusst genutzt werden. Die Verantwortung trägt weiterhin die Ärztin oder der Arzt.
  • Ein professioneller KI-Check hilft bei der Entscheidung, welche KI-Systeme die individuell beste Lösung bieten.
Robert Muhlack

Bereit für den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung?

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welche KI-Lösungen zu Ihrer Praxissoftware und Ihrem Praxisablauf passen. In einem umfangreichen KI-Check beraten wir Sie persönlich und kompetent.

Warum KI

Warum ist Künstliche Intelligenz in der Arztpraxis aktuell so ein wichtiges Thema?

Mehr Patientinnen und Patienten, mehr Verwaltungsaufwand, mehr Druck, aber immer weniger Personal und Zeit für die Patientenversorgung. Als Ärztin oder Arzt wissen Sie, dass das Arbeitspensum seit Jahren kontinuierlich ansteigt. In Zeiten von einer wachsenden Arbeitsbelastung gewinnt digitale Technik immer mehr an Bedeutung.


Die gute Nachricht lautet: KI ist im medizinischen Bereich schon lange keine Zukunftsmusik mehr, sondern kann Ihnen und Ihrem Team den Arbeitsalltag schon jetzt spürbar erleichtern. Vor allem im administrativen Bereich gibt es bereits innovative KI-Systeme, die speziell fürs Gesundheitswesen entwickelt wurden. Das ist wichtig, denn gerade in Arztpraxen müssen die personenbezogenen Daten zuverlässig geschützt sein.

Überblick & Vorteile

Praxisalltag im Überblick: Welche KI-Anwendungen gibt es für Praxen?

Viele denken im medizinischen Bereich in erster Linie an die technologische Unterstützung bei der Patientenversorgung, etwa bei der Diagnostik. Auch dafür gibt es bereits erste KI-basierte Programme. 

Deutlich verbreiteter und erprobter sind allerdings Technologien, die Sie bei administrativen und organisatorischen Prozessen unterstützen, etwa bei

  • Terminmanagement
  • Telefonie
  • Ablaufplanung
  • Dokumentation von Anamnese und Befund
  • Transkription von Patientengesprächen
  • Vorbereitung von Arztbriefen

Die Vorteile von Künstlicher Intelligenz für Ärztinnen und Ärzte

  • Mehr Effizienz: Bürokratische Aufgaben, die einen unverhältnismäßig hohen Zeitaufwand verursachen, können mit KI automatisch, schneller und deutlich effizienter ablaufen.
  • Mehr Informationen: Die KI-Tools lassen sich nahtlos in Ihre Praxissoftware integrieren, sodass Ihnen mit einem Klick alle relevanten Informationen übersichtlich zur Verfügung gestellt werden.
  • Mehr Entlastung: Kein dauerklingelndes Telefon, kein Abarbeiten von Rückruflisten, keine stressigen Routinetätigkeiten, die viel zu viel Zeit verschlingen – mit dieser Unterstützung wird Ihr Praxisteam spürbar entlastet.
  • Mehr Zeit: Ihnen als Ärztin oder Arzt bleibt mehr Zeit für die medizinische Versorgung.
  • Mehr Service: Eine bessere Erreichbarkeit, eine automatisierte Terminbuchung und ein weniger gestresstes Team führen zu einer höheren Patientenzufriedenheit.

Regeln für KI

Ist das erlaubt? Diese Regeln gelten für KI in der Arztpraxis

Künstliche Intelligenz ist für viele Ärztinnen und Ärzte noch Neuland – und geht dementsprechend häufig mit Skepsis einher. Kein Wunder: Gerade im Gesundheitswesen geht es um den Schutz der sensiblen Patientendaten, hinzu kommt die ärztliche Schweigepflicht. Aus gutem Grund unterliegt der Einsatz von KI deshalb strengen Regeln, die es einzuhalten gilt, um Datenschutz und Patientensicherheit zu gewährleisten. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Verarbeitung sämtlicher Datenmengen DSGVO-konform erfolgen und mit dem Anbieter ein sogenannter Auftragsverarbeitungsvertrag bestehen muss.

Als EDV-Dienstleister für Praxis-EDV sind wir Experten auf diesem Gebiet. Wir unterstützen und beraten Sie bei dem Schritt in Richtung Digitalisierung und geben Ihnen und Ihrem Team eine umfangreiche Einweisung. Und das Wichtigste: Wir raten Ihnen nur zu KI-Systemen, die verantwortungsvoll mit den relevanten Regelungsebenen umgehen – vom AI Act über die DSGVO bis hin zur ärztlichen Schweigepflicht. Wie der AI Act konkret für Ihre Praxis wirkt, erfahren Sie weiter unten im Detail.

DSGVO: datenschutzkonform & sicher

Als Ärztin oder Arzt stellen Sie sich vermutlich die Frage, ob der Einsatz von KI datenschutzrechtlich erlaubt ist bzw. welche Datenschutzanforderungen die KI-Anwendungen erfüllen müssen. Wir setzen bei der Implementierung auf klare Kriterien: einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter, einen Serverstandort in der EU sowie Software, die speziell für den Einsatz im Gesundheitswesen entwickelt wurde. Zusätzlich stellen wir mit modernen Sicherheitskonzepten in Form von Firewalls, Zugriffsmanagement und Co. sicher, dass Patientendaten und interne Kommunikation zuverlässig geschützt sind.

Ärztliche Schweigepflicht

Die Verwendung von KI in der Medizin darf die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB nicht verletzen. Patientendaten dürfen nicht an offene KI-Tools oder Chatbots weitergegeben werden. Arbeiten Sie mit einem KI-Anbieter zusammen, der die sensiblen Daten verarbeitet, muss es einen Auftragsverarbeitungsvertrag geben, der Schutzmaßnahmen und den Umgang mit Daten regelt. Da KI-gestützte Tools wie ein Telefonassistent oder eine Gesprächsdokumentation personenbezogene Daten verarbeiten – teils auch das Gespräch selbst aufzeichnen –, ist zudem die ausdrückliche Einwilligung der Patientin oder des Patienten erforderlich, unter anderem nach DSGVO sowie § 201 StGB bei Gesprächsaufzeichnungen. Ein entsprechender Hinweis, etwa als Aushang im Wartezimmer, schafft zusätzliche Transparenz.

AI Act

AI Act in der Arztpraxis: Einheitliche Regeln für KI in der EU

Was ist der AI Act?

Beim EU Artificial Intelligence Act handelt es sich um ein Regelwerk zum Umgang mit KI. Das Gesetz ist am 1. August 2024 in Kraft getreten, die Umsetzung erfolgt aber in mehreren Phasen. 

Mit dem beschlossenen Digital Omnibus, einem im Juni 2026 beschlossenen Nachbesserungspaket zum AI Act, wurden die Fristen für Hochrisiko-KI verschoben: Für eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III (z. B. in den Bereichen Bildung, Beschäftigung oder kritische Infrastruktur) gelten die Vorgaben nun ab dem 2. Dezember 2027. Für KI, die in bereits regulierte Produkte integriert ist – etwa in Medizinprodukte – nach Anhang I, gelten sie ab dem 2. August 2028.

Im Vordergrund steht ein verantwortungsbewusster, sicherer Umgang mit KI. Zwei Pflichten gelten dabei schon heute und sind für Arztpraxen relevant – unabhängig davon, ob ein System als Hochrisiko-KI eingestuft ist: 

  • KI-Kompetenz (Art. 4): Seit Februar 2025 sind Praxen als Betreiber von KI-Systemen verpflichtet, ihr Team im sicheren und kompetenten Umgang mit den eingesetzten Tools zu schulen.
  • Transparenzpflicht (Art. 50): Seit dem 2. August 2026 muss erkennbar sein, wenn Patientinnen und Patienten mit einer KI kommunizieren – das betrifft zum Beispiel einen KI-gestützten Telefonassistenten unmittelbar.

Was bedeutet dieses Regelwerk für Arztpraxen, Kliniken und medizinische Versorgungszentren?

Nicht jede KI in der Arztpraxis fällt automatisch unter die strengen Hochrisiko-Regeln des AI Act. Entscheidend ist, wie die Software eingesetzt wird: KI, die selbst als Medizinprodukt gilt – etwa bei der Diagnoseunterstützung –, wird als Hochrisiko-KI eingestuft und unterliegt besonders strengen Anforderungen an Datenqualität, Transparenz und menschliche Aufsicht. Administrative Assistenzsysteme wie ein KI-Telefonassistent oder KI-gestützte Dokumentationstools sind dagegen in der Regel keine Hochrisiko-KI im Sinne des AI Act. Trotzdem gilt: Auch hier sollten Sie auf geprüfte, für das Gesundheitswesen entwickelte Lösungen setzen und verantwortungsbewusst mit den Daten umgehen.

Beispiele

Beispiele für KI in Arztpraxen: Diese KI-Anwendungen entlasten Ärzte und Praxen

Telefonstress am Empfang, ein immer größer werdender bürokratischer Aufwand und eine zeitaufwendige Dokumentation – es gibt Herausforderungen, die Sie als Ärzte alle kennen. Wir stellen Ihnen konkrete KI-Anwendungen vor, die Ihnen für genau diese Probleme Lösungen bieten. Ein weiterer Vorteil: Die Tools sind intuitiv bedienbar, sodass der Einstieg in die KI-Welt ohne großen Aufwand gelingt.

KI-Telefonassistent für Arztpraxen

Verstärken Sie Ihr Team durch einen digitalen Assistenten, der sich um eingehende Anrufe, Patientenanfragen und E-Mails kümmert. Ein KI-gestützter Telefonassistent unterstützt Sie bei der Telefonie und verhindert so ständige Unterbrechungen der Sprechstunde. Ihre Anrufe werden automatisch entgegengenommen, erfasst, kategorisiert und verschriftlicht. Alle relevanten Daten werden Ihnen übersichtlich zur Verfügung gestellt – und können dann von Ihnen bearbeitet werden, wenn es in Ihren Arbeitsablauf passt.

Unsere Empfehlung: PraxisConcierge

Wir sind Partner der Software-Lösung PraxisConcierge. Die Software wurde speziell für Arztpraxen, MVZ und Kliniken entwickelt, kümmert sich sicher und zuverlässig um die Patientenanfragen und erkennt ihre Anliegen. 

KI-Dokumentation und Sprechstundendokumentation

Die Dokumentation der Sprechstunde ist der größte Zeitfresser im Praxisalltag. Das schriftliche Festhalten von Anamnesen, Befunden und Arztbriefen nimmt unnötig viel Zeit in Anspruch – Zeit, die Ihnen für Ihre Patientinnen und Patienten fehlt. Mit KI-basierter Transkription und Dokumentation lässt sich diese Belastung spürbar reduzieren. Patientengespräche werden automatisiert in schriftliche Texte umgewandelt und strukturiert zusammengefasst.

Unsere Empfehlung: Heidi

Das KI-Tool unterstützt bei der Gesprächsdokumentation, transkribiert und verarbeitet Arzt-Patienten-Gespräche. Abgestimmt auf Ihr Fachgebiet fertigt Ihre digitale Schreibhilfe übersichtliche Patientennotizen an und erstellt auf Wunsch die benötigten Folgematerialien – von Überweisungsschreiben bis hin zu Beurteilungen.

Unsere Empfehlung: x.Scribe

Ein weiteres Tool zur digital unterstützten Gesprächsaufbereitung und Dokumentation ist x.Scribe, ein Add-on von medatixx, das sich nahtlos in das Praxisverwaltungssystem implementieren lässt. X.Scribe übernimmt für Sie die automatische Echtzeit-Transkription, formt die Inhalte zu einem strukturierten medizinischen Dokumentationsvorschlag und reduziert so Ihren Verwaltungsaufwand.

Die passende KI für Ihre Arztpraxis – rechtssicher und gut integriert

KI-Anwendungen können Sie bei der Administration und der Patientenversorgung unterstützen. Entscheidend dabei ist zum einen die Wahl des richtigen KI-Tools und zum anderen eine sichere und reibungslose Anbindung an Ihr bestehendes Praxisverwaltungssystem. Wir unterstützen Sie auf dem gesamten Prozess – von der Auswahl über die Implementierung und die umfangreiche Schulung Ihrer Praxismitarbeitenden bis hin zum anschließenden Support.

Checkliste: 5 Punkte, bevor Sie ein KI-Tool in Ihrer Praxis einführen

Bevor Sie eine KI-Anwendung in Ihrer Arztpraxis einsetzen, sollten Sie einige wichtige Punkte prüfen. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, worauf es bei Datenschutz, Transparenz und der sicheren Nutzung ankommt:

  • Sobald ein KI-Anbieter personenbezogene bzw. Patientendaten in Ihrem Auftrag verarbeitet, ist in der Regel ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO erforderlich. Prüfen Sie daher vor dem Einsatz, ob der Anbieter einen entsprechenden Vertrag bereitstellt und dieser den Anforderungen der DSGVO entspricht.

  • Klären Sie, wo Ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden und ob sie möglicherweise in Drittländer übermittelt werden. Anbieter mit Serverstandorten in der EU können die datenschutzrechtliche Prüfung erleichtern. Wichtig ist außerdem die Frage, ob Ihre Daten zum Training des KI-Modells verwendet werden. Eine solche Nutzung sollte vertraglich ausgeschlossen sein, sofern sie für den vorgesehenen Einsatz nicht erforderlich und nicht gewollt ist.

  • Patientinnen und Patienten sollten transparent darüber informiert werden, wenn KI im Praxisablauf eingesetzt wird. Je nach Anwendung kann dies beispielsweise über die Datenschutzinformationen, entsprechende Hinweise in der Praxis oder eine Information im Rahmen der jeweiligen Kommunikation erfolgen. Bei einem KI-Telefonassistenten muss für Anrufende zudem erkennbar sein, dass sie mit einer KI kommunizieren.

  • Setzen Sie ein KI-Dokumentationstool ein, das ein Arzt-Patienten-Gespräch aufzeichnet, müssen die rechtlichen Voraussetzungen für die Aufzeichnung und Verarbeitung geprüft werden. Insbesondere bei Gesprächsaufzeichnungen ist grundsätzlich eine ausdrückliche Einwilligung erforderlich. Diese sollte nachvollziehbar eingeholt und am besten in der Patientenakte dokumentiert werden.

  • Der EU AI Act verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, für ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz zu sorgen. Auch Praxen, die KI einsetzen, sollten daher ihre Mitarbeitenden im Umgang mit den eingesetzten Tools schulen. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter sollte wissen, was das jeweilige System leisten kann, wo seine Grenzen liegen und welche Vorgaben bei der Nutzung zu beachten sind. Die fachliche Verantwortung bleibt dabei weiterhin bei der Ärztin oder beim Arzt.

Sie sind sich bei einem dieser Punkte unsicher? Genau diese fünf Fragen gehen wir gemeinsam mit Ihnen im KI-Check durch. Wir prüfen, welche Anforderungen für Ihre Praxis und die von Ihnen eingesetzten KI-Lösungen relevant sind.

KI-Check

Machen Sie den KI-Check für Ihre Arztpraxis

Wo lohnt sich der Einstieg in KI für die eigene Praxis?

Zu welchem Zweck möchten Sie Künstliche Intelligenz nutzen?

Wo kann sie Ihre Arbeitsabläufe vereinfachen?

Wir von Doctago sehen KI als ein Werkzeug, das Ihren Arbeitsalltag erleichtert und Sie und Ihr Praxisteam entlastet. Dabei braucht jedoch nicht jede Praxis die gleiche Unterstützung – Facharztpraxen können die innovative Technologie anders nutzen als Hausarztpraxen, kleine Praxen brauchen eine andere Hilfe als große Gemeinschaftspraxen.

Robert Muhlack

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Ob ein digitaler Assistent für Ihre Telefonanlage, ob eine vereinfachte Dokumentation von Anamnesen, Arztbriefen und Befunden oder ein automatisches Terminmanagement – wir machen mit Ihnen den KI-Check und finden gemeinsam heraus, welche KI-Lösungen für Ihre Praxis geeignet sind und wie sie sich sicher einsetzen lassen.

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